Winsen, am Donnerstag den 14.05.2026

Zwischen Lehm, Holz und Geschichte – wenn Vergangenheit plötzlich greifbar wird

von Johann-Peter-Eckermann-Realschule am 14.05.2026


Mitten im Marstall beginnt die Reise oft mehrere hundert Jahre zurück – und manchmal führt sie direkt vor die eigene Haustür. Seit mittlerweile fünf Jahren kooperiert die Johann-Peter-Eckermann-Realschule mit dem Museum im Marstall und ermöglicht Schülerinnen und Schülern des 7. Jahrgangs im Rahmen des Wahlpflichtkurses „Wikinger“, tief in die Geschichte ihrer Stadt und der Region einzutauchen.
Dabei geht es längst nicht nur um berühmte Raubzüge oder Wikingerschiffe. Im Mittelpunkt stehen vor allem das Leben der Menschen im Norden, ihr Alltag, ihre Handwerkskunst, ihre Handelsreisen und ihre Lebensweise. Die Jugendlichen beschäftigen sich mit historischen Bauformen wie dem Pfosten- und Lehmbau, lernen aber ebenso, welche Bedeutung Landwirtschaft, Schiffbau, Handel und Gemeinschaft für das Leben der Wikinger hatten. Die Wikinger waren nicht nur Krieger, sondern ebenso Händler, Entdecker und geschickte Handwerker.
Besonders der praktische Zugang macht die Kooperation seit Jahren aus. Schülerinnen und Schüler arbeiten mit natürlichen Materialien, setzen sich mit historischen Techniken auseinander und erleben Geschichte nicht nur theoretisch, sondern direkt vor Ort. Lehrer Philip Dellemann hebt hervor, dass gerade dieses eigene Tun einen besonderen Zugang zur Vergangenheit ermögliche. Wenn Geschichte ausprobiert und erlebt werden könne, entstehe ein deutlich nachhaltigeres Verständnis für das Leben früherer Generationen.
Auch Museumspädagoge Tammo Hinrichs betont, wie wichtig es sei, historische Themen greifbar zu machen. Das Arbeiten mit Holz, Lehm oder historischen Alltagsgegenständen eröffne den Jugendlichen neue Perspektiven auf die Lebenswelt der Wikinger und mache sichtbar, wie viel Wissen, Organisation und Gemeinschaft hinter ihrem Alltag standen.
So wird aus einem Unterrichtsvormittag schnell eine Zeitreise in eine Welt aus Handwerk, Handel, Entdeckungen und Gemeinschaft. Und genau darin liegt seit fünf Jahren die Stärke dieser Zusammenarbeit: Geschichte bleibt nicht im Schulbuch, sondern wird mitten im Marstall lebendig – und führt die Schülerinnen und Schüler zurück zu den Wurzeln ihrer eigenen Region.

© Fotos: Johann-Peter-Eckermann-Realschule


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