Zwischen Alltag und Umbruch: Ein Zeitzeugengespräch im Schülerpodcast
von Johann-Peter-Eckermann-Realschule am 31.01.2026Was bedeutet es, in einem Land aufzuwachsen, das es heute nicht mehr gibt? Dieser Frage widmet sich eine neue Folge des schuleigenen Podcasts „Auf ein Wort, …!“, produziert von Schülerinnen und Schülern des Wahlpflichtkurses Journalistik der Johann-Peter-Eckermann-Realschule. In der aktuellen Episode sprechen die Zehntklässler Kilian Wiese und Gabriel Goral mit dem Kultur- und Filmjournalisten Knut Elstermann. Entstanden ist ein Zeitzeugengespräch über das Aufwachsen in Ost-Berlin, über Alltagserfahrungen in der DDR und über den Wandel von Journalismus vor und nach 1989. Elstermann beschreibt seine Jugend als von Gegensätzen geprägt: von Heimatgefühl und Stabilität einerseits, von politischer Enge und fehlender Meinungsfreiheit andererseits. Die Berliner Mauer war Teil des Alltags, nicht Symbol, sondern Realität. Aufgewachsen in einer politisch überzeugten Familie, schildert er eine frühe Identifikation mit dem System, die später zunehmend hinterfragt wurde. Kilian Wiese und Gabriel Goral führen das Gespräch entlang biografischer Stationen und richten den Blick auf konkrete Erfahrungen. Der Fall der Mauer erscheint dabei als persönlicher Wendepunkt, der neue Möglichkeiten eröffnete, zugleich aber das Ende vertrauter Strukturen bedeutete. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Thema Journalismus. Die Schüler erfahren, dass freie journalistische Arbeit in der DDR kaum möglich war und Kritik systematisch begrenzt wurde. Elstermann berichtet, dass er nach der Wiedervereinigung seinen Beruf grundlegend neu erlernen musste – erst danach wurde ein Journalismus möglich, der Offenheit, Diskussion und Meinungsvielfalt zulässt. Die neue Folge von „Auf ein Wort, …!“, die über die Schulhomepage www.eckermannschule.de abrufbar ist, zeigt, wie Geschichte im Dialog zwischen Generationen greifbar wird. Der Podcast macht deutlich, dass die Auseinandersetzung mit der DDR differenziert erfolgen muss – jenseits einfacher Urteile und nah an den Lebenswegen der Menschen.
© Fotos: Johann-Peter-Eckermann-Realschule
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