Winsen, am Samstag den 19.07.2025

Winsens Bürgermeister auf Sommertour: Zuhören, Verstehen, Handeln

von Stadt Winsen (Luhe) am 16.07.2025


Auch in diesem Jahr nutzte Winsens Bürgermeister André Wiese die sitzungsfreie Sommerzeit für seine traditionellen Sommergespräche durch die Stadt und das Umland. Ziel der Rundreise: der direkte Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Verantwortlichen in sozialen Einrichtungen, Unternehmen und der Landwirtschaft.

 

„Mir ist es wichtig, nicht nur aus Aktenlagen zu entscheiden, sondern direkt vor Ort zu sehen, was die Menschen bewegt – gerade in herausfordernden Zeiten“, so der Bürgermeister.

 

Die diesjährige Sommertour führte ihn unter anderem in die DRK-Kindergärten in Scharmbeck und am Krankenhaus sowie in die evangelische Kita in Pattensen, in das Müttercafé im Haus der Vereine, in das örtliche Krankenhaus sowie in eine Senioreneinrichtung, in der er eine Bürgersprechstunde abhielt. Dabei wurde deutlich: Fachkräftemangel, steigende Betriebskosten und zunehmender bürokratischer Aufwand setzen soziale Einrichtungen zunehmend unter Druck. „Die Beschäftigten leisten Herausragendes – aber sie brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und pragmatische Lösungen“, resümierte der Bürgermeister. Gelebten Pragmatismus konnte Wiese vor allem in den Kindergärten mit älterem Baujahr feststellen. So zeigte ihm Cindy Rockrohr, Leiterin des Kindergartens Trudis Arche in Pattensen, anhand eindrücklicher Beispiele, wie man sich vor Ort mit den Besonderheiten einer älteren Kita und beengten Räumlichkeiten auseinandersetzt und dabei gute Übergangslösungen findet. Der Bürgermeister nahm einiges an Inhalten aus den Gesprächen mit, um im Rathaus entsprechend Maßnahmen daraus abzuleiten. Umfassend war auch der Einblick, den er im Winsener Krankenhaus erhielt. Wiese, selber im Winsener Krankenhaus geboren, verschaffte sich gemeinsam mit Geschäftsführer Kai Uffelmann einen umfassenden Blick hinter die Kulissen. Zusammen mit dem technischen Leiter, Torsten Riemer, unternahmen sie einen Rundgang – vorbei an der Großküche mit neuestem Gerät, zum hauseigenen Blockheizkraftwerk und zur großen Belüftungsanlage des Krankenhauses. Über 21 Millionen kWh Strom lieferte das Blockheizkraftwerk in den letzten gut zehn Jahren. In der Schlaganfalleinheit, der sogenannten Stroke Unit, zeigten sich Wiese, ebenso wie in der Intensivabteilung und im Herzkatheterlabor, motivierte Teams, die mit beeindruckend interdisziplinärer Zusammenarbeit ihr Bestes geben, um Patientinnen und Patienten trotz angespannter Haushaltslage gerecht zu werden.

 

Mit den Seniorinnen und Senioren des Ahlers Tivoli in der Winsener Bahnhofstraße kam Wiese bei seiner Bürgersprechstunde vor Ort vor allem zu den Vorzügen und Herausforderungen der örtlichen Gegebenheiten ins Gespräch. Deutlich wurde, dass alle die zentrale Lage und die kurzen Wege schätzten. Auch die Innenstadtsanierung fand viel Lob von den Teilnehmenden. Für die Entwicklung der Bahnhofstraße konnte der Bürgermeister einige Ideen einsammeln, die mit in die Betrachtung zur Aufwertung dieses Bereichs einfließen sollen.

 

Auch bei den Besuchen verschiedener mittelständischer Wirtschaftsunternehmen standen aktuelle Herausforderungen im Mittelpunkt: Fachkräftegewinnung, Energiepreise und Innovationsdruck gehören inzwischen zum Tagesgeschäft vieler Betriebe. Dennoch zeigten sich auch positive Impulse, etwa durch regionale Netzwerke und digitale Weiterentwicklungen. Lars Rautenberg, Geschäftsführer der Luhe-Stickerei, schilderte eindrücklich den regionalen Zusammenhalt, den er in der angespannten Coronazeit erfahren durfte. Seit Oktober sitzt das Unternehmen in der Opelstraße im Gewerbegebiet Luhdorf und fühlt sich in den erweiterten Räumlichkeiten sehr wohl. Einzig die Sauberkeit im Gewerbegebiet sieht er als verbesserungswürdig an. Ein Punkt, den der Bürgermeister mit in seine Notizen aufnahm.

 

Ein besonderes Augenmerk Wieses galt dieses Jahr zwei landwirtschaftlichen Betrieben mit Selbstvermarktung – Obsthof Zeyn in Laßrönne und Hof Benecke in Scharmbeck. Hier wurde deutlich, wie sehr Klimawandel, Preisdruck und bürokratische Hürden den Alltag prägen. Gleichzeitig sei das Engagement für Nachhaltigkeit und regionale Versorgung beeindruckend, so der Bürgermeister: „Diese Höfe sind Vorbilder für eine zukunftsfähige Landwirtschaft – aber sie brauchen auch unser aller Unterstützung. Es lohnt sich dort vorbeizuschauen und die regionalen Produkte zu nutzen.“

 

Die Sommertour vermittelte dem Bürgermeister wertvolle Impulse für die zukünftige kommunale Arbeit. „Ich nehme viele konkrete Anregungen mit zurück ins Rathaus. Unsere Aufgabe ist es, auf kommunaler Ebene die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen, damit Engagement und Tatkraft auch Wirkung entfalten können.“

© Fotos: Stadt Winsen (Luhe)


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