Sind wir auf den Ernstfall vorbereitet?
von Johann-Peter-Eckermann-Realschule am 22.06.2026
Jan Bauer spricht an der Johann-Peter-Eckermann-Realschule über Bevölkerungsschutz und Krisenvorsorge
Was passiert, wenn plötzlich das Licht ausgeht, Handys stumm bleiben und Geldautomaten nicht mehr funktionieren? Mit diesen Fragen startete der 9. Jahrgang der Johann-Peter-Eckermann-Realschule in seine gesellschaftlich-politischen Projekttage.
Anlass war der bundesweite Bevölkerungsschutztag, der am 27. Juni in Freiburg stattfindet. Mit der zentralen Veranstaltung möchten das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Bundesinnenministerium und die Länder für Krisenvorsorge, Selbstschutz und ehrenamtliches Engagement sensibilisieren.
Als Referent begrüßte die Schule den Landtagsabgeordneten Jan Bauer (CDU), der zugleich Vizepräsident des DRK-Kreisverbandes Harburg-Land ist. Er sprach mit den Schülerinnen und Schülern über aktuelle Herausforderungen des Bevölkerungs- und Zivilschutzes sowie die Frage, wie Deutschland auf Krisen und außergewöhnliche Notlagen vorbereitet ist.
Wie schnell moderne Gesellschaften von einer funktionierenden Infrastruktur abhängig sind, verdeutlichte Bauer anhand des großflächigen Stromausfalls in Berlin Anfang 2026. Zeitweise waren rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen betroffen. Das Beispiel zeigte eindrucksvoll, welche Auswirkungen ein länger andauernder Stromausfall auf Kommunikation, Versorgung und Mobilität haben kann.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Empfehlungen des BBK zur privaten Krisenvorsorge. Das Bundesamt empfiehlt, Vorräte für zehn Tage vorzuhalten. Dazu gehören Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, Medikamente sowie Hilfsmittel wie Taschenlampen, Batterien oder ein batteriebetriebenes Radio.
Neben der Eigenvorsorge stellte Bauer auch die Aufgaben des Deutschen Roten Kreuzes im Bevölkerungsschutz vor. Im Ernstfall richten Hilfsorganisationen Notunterkünfte ein, versorgen Betroffene mit Lebensmitteln und Trinkwasser, leisten sanitätsdienstliche Hilfe und unterstützen Menschen in belastenden Ausnahmesituationen. Ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz, so Bauer, könne nur durch das Zusammenspiel von staatlichen Stellen, Hilfsorganisationen und einer gut vorbereiteten Bevölkerung funktionieren.
Für die Schülerinnen und Schüler wurde dabei deutlich: Bevölkerungsschutz beginnt nicht erst im Krisenfall. Erste-Hilfe-Kenntnisse, ehrenamtliches Engagement und die Bereitschaft, Verantwortung für Mitmenschen zu übernehmen, sind wichtige Bausteine einer widerstandsfähigen Gesellschaft.
Die Frage, mit der der Vormittag begann, blieb deshalb auch am Ende im Raum stehen: Sind wir auf den Ernstfall vorbereitet? Die Antwort der Jugendlichen fiel nach diesem Vortrag differenzierter aus als zuvor – und genau das war eines der Ziele dieses besonderen Projekttages.
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