Winsen, am Dienstag den 17.03.2026

Schutz der Fachenfelder Allee

von Landkreis Harburg am 17.03.2026


Sie ragen groß und prächtig in den Himmel: Die jahrhundertealten Eichen im Bereich des früheren Gutes Fachenfelde in Stelle bilden eine eindrucksvolle Allee – und sind nicht nur ein markanter Blickfang und historisches Denkmal, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Zum Schutz der eindrucksvollen Bäume hat die Abteilung Umwelt des Landkreises Harburg mit Pflegemaßnahmen begonnen.

Die Allee selbst befindet sich zwar im Eigentum der Gemeinde Stelle, der Landkreis ist aber auf 270 Metern unmittelbarer Nachbar mit einem wertvollen Waldnaturschutzprojekt. Einige junge Buchen wachsen jedoch bereits in die Kronen der bis zu 250 Jahre alten Eichen. „Das schwächt die Eichen dauerhaft, letztlich besteht die Gefahr, dass sie absterben“, sagt Armin Hirt von der Unteren Naturschutzbehörde. Um dem vorzubeugen, werden nun die besonders bedrängenden Bäume und Büsche entnommen. So erhalten die Eichen Licht und Luft zur Regeneration.

Die Firma entnimmt dabei nur die Bäume, die dem Erhalt der alten Eichen im Weg stehen. Die gefällten Bäume werden nicht abtransportiert, sondern bekommen an Ort und Stelle eine neue, wichtige Funktion für die Natur: Sie bleiben als Totholz für Insekten, Pilze und Moose im Waldnaturschutzprojekt liegen. Zudem werden einige ältere Bäume am Rande der Allee zum Schutz der Eichen gekappt – und erhalten eine wichtige ökologische Aufgabe: Als höhlenreiches stehendes Alt- und Totholz sind sie wichtiges Refugium für Höhlenbrüter, Fledermäuse und zahllose Insektenarten im Wald.

Das alte Rittergut Fachenfelde wurde 1427 erstmals erwähnt und ist mittlerweile zugunsten des Rangierbahnhofes Maschen und für ein Gewerbegebiet verschwunden – 1966 kaufte die Bahn das Gelände. Das Gut lag auf einer Geestinsel im Urstromtal der Elbe bei Stelle. Umgeben von Marsch, Moor und Sumpf war es nur über einen ein Kilometer langen Weg erreichbar, der, auf einem Damm geführt, vom alten Fernweg bzw. der Heerstraße zwischen Harburg und Lüneburg abzweigte. Der Damm wurde später an beiden Seiten mit einer Reihe von Eichen bepflanzt – die heute noch vorhandene Allee.

Diese Fachenfelder Allee wurde bereits in der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1772 dargestellt. „Sie ist ein wichtiges Kulturgut und historisches Denkmal“, betont Armin Hirt. Aufgrund ihrer Bedeutung hat sie der Niedersächsische Heimatbund im November 2022 zur Allee des Monats gewählt. Bereits seit 1938 steht sie mit ihren zahllosen Alteichen als geschützter Landschaftsteil unter Naturschutz. Zusammen mit angrenzenden Wäldern, Weiden und Gewässern im Eigentum des Landkreises ist sie Teil eines naturnahen und weiterhin schutzbedürftigen Areals im Schatten von Europas größtem Rangierbahnhof.


Bild © Landkreis Harburg / Bildunterschrift:

Pflegearbeiten finden an den Bäumen in der Fachenfelder Allee statt.

© Fotos: © Landkreis Harburg


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