Winsen, am Dienstag den 17.02.2026

Push-Back von Frauenrechten

von Landkreis Harburg am 17.02.2026


die Demokratie steht unter Druck: Weltweit versuchen Autokraten, eine regelbasierte Ordnung auszuhebeln und plädieren für das Recht des Stärkeren. Gleichzeitig werden auch die Freiheit und die Rechte von Frauen weltweit zurückgedrängt: Die Fortschritte in den Bereichen Gleichstellung, Bildung und Selbstbestimmung erleben in vielen Ländern einen deutlichen Push-Back. Um diese Fragen geht es bei einer Veranstaltung mit der Menschenrechtsexpertin Dr. Michaela Lissowsky anlässlich des Internationalen Frauentags im Landkreis Harburg. Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg, lädt zu der Veranstaltung am Donnerstag, 5. März, ein. Beginn ist um 16.30 Uhr im Gebäude B des Kreishauses Winsen, Schloßplatz 6, Raum B-013.

Weltweit greifen Antifeminismus und Hass um sich und untergraben Grundwerte wie Respekt und Vielfalt. „Wir wollen gemeinsam einen Blick auf die weltweiten Rückschritte im Bereich Gleichstellung werfen – und diskutieren, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auch auf kommunaler Ebene haben“, sagt Andrea Schrag. Denn die Entwicklung dürfe nicht unterschätzt werden. „Wenn Frauenrechte zurückgedrängt werden, ist die Demokratie in Gefahr.“ Sorge machen ihr Bestrebungen in vielen Ländern und auch von Gruppierungen in Deutschland, Gleichberechtigung und Frauenrechte zugunsten tradierter Geschlechterrollen und -klischees einzuschränken. „Gerade jetzt ist es wichtig, sich für Frauenrechte stark zu machen. Wenn Frauenrechte unter Druck geraten, sind auch die anderen Menschen- und Grundrechte gefährdet.“

Denn der globale Push-Back gegen Frauenrechte ist kein Randphänomen, sondern eine zentrale Herausforderung. Regierungen schränken rechtliche Schutzmechanismen ein, kürzen Mittel für Gleichstellungsprogramme oder stellen grundlegende Rechte offen in Frage. Besonders betroffen sind Frauen in prekär wirtschaftlichen Verhältnissen, Frauen in Konfliktregionen oder Angehörige von Minderheiten. Der Push-Back zeigt sich aber nicht nur in autoritären Staaten, sondern auch in demokratischen Gesellschaften.

Nach einem Empfang will Dr. Michaela Lissowsky mit ihrem Referat Impulse geben. Als Vertreterin am UN-Menschenrechtsrat gibt sie in ihrem Vortrag Einblicke in die internationale Lage und zeigt auf, welche Handlungsmöglichkeiten bestehen – global, national und lokal. Lissowsky war Gründungsdirektorin der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien und leitet den Human Rights Hub der Friedrich-Naumann-Stiftung in Genf.

Nach einem inspirierenden Austausch bietet ein gemütliches „Meet and eat“ die Gelegenheit, sich zu vernetzen, ins Gespräch zu kommen und den Frauentag gemeinsam zu feiern.

Hintergrund: Der Internationale Frauentag am 8. März blickt auf eine lange Tradition zurück. Entstanden ist er in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, Verbesserung der Arbeitsbedingungen und das Wahlrecht für Frauen. Der erste Frauentag wurde am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert. Ab 1921 wurde der Frauentag am 8. März begangen, 1977 verabschiedete die UN-Generalversammlung eine Resolution, die alle Staaten darum bat, einen Tag des Jahres zum Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden zu erklären.

Anmeldungen zu der Frauentagsveranstaltung nimmt Jasmin Herzog bis zum 1. März entgegen, E-Mail j.herzog@lkharburg.de .


Foto ©Landkreis Harburg / Bildunterschrift:

Gleichstellungsbeauftragte Andrea Schrag lädt zur Veranstaltung anlässlich des Frauentags ein.

© Fotos: Landkreis Harburg


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