Positive Resonanz für eine regionale und nachhaltige Wärmeversorgung in Tespe
von Samtgemeinde Elbmarsch am 27.04.2026Hauseigentümer in Tespe, die Samtgemeinde Elbmarsch, die Gemeinde Tespe und die ortsansässige Biogasanlage könnten schon bald gemeinsam von einem nachhaltigen Wärmekonzept profitieren.
In gut drei Jahren läuft die Vergütungsstruktur des Energieeinspeisegesetzes (EEG) für die Biogasanlage am Ortsrand von Tespe aus. Die Betreiberin Elbe-Agrar-Energie GmbH und Co. KG, Betreiberin macht sich daher seit geraumer Zeit intensive Gedanken über ein tragfähiges und ganzheitliches Zukunftskonzept, ganz im Sinne des neuen EEG-Biomassepakets der Bundesregierung. Dabei liegt der Fokus vor allem auf einer sinnvollen und nachhaltigen Nutzung der überschüssigen Wärme, die neben dem produzierten Strom im Biogasprozess freigesetzt wird.
Gleichzeitig sind die Samtgemeinde Elbmarsch und die Gemeinde Tespe auf der Suche nach einer klimafreundlichen Wärmeversorgung für ihre Liegenschaften. Zusätzlich wurde durch die Samtgemeinde, gemeinsam mit einem Ingenieursbüro, ein kommunaler Wärmeplan erstellt, in dem die potentielle Entwicklung der Wärmeversorgung in der Elbmarsch durchleuchtet wurde. Darauf aufbauend ergab sich in ersten Gespräche zwischen der Samtgemeinde, der Gemeinde und der Elbe-Agrar-Energie GmbH und Co. KG, dass ein Nahwärmenetz von der Biogasanlage in den Ortskern von Tespe hinein eine passende Lösung, nicht nur für die Kommunen, sondern auch für viele Bürger der Gemeinde Tespe sein kann.
Auf einer groß angelegten Informationsveranstaltung am 17.03.2026 in der Schützenhalle Tespe, zu der die Samtgemeinde Elbmarsch eingeladen hatte, war mit rund 250 Teilnehmern der Andrang groß, sich über ein solches Zukunftsprojekt zu informieren.
Gerade nach den ersten Preis-Schocks an den Energiemärkten im Jahre 2022 und den jüngsten Entwicklungen für fossile Brennstoffe durch die geopolitischen Aktivitäten scheint das Interesse der Bürger und Hausbesitzer in Tespe zu wachsen, nach guten Alternativen für die Wärmeversorgung des Eigenheims Ausschau zu halten.
Auf der Veranstaltung konnte der Biogasanlagen Betreiber nun gemeinsam mit dem Biogasanlagen-Hersteller das Konzept vorstellen:
Eine zu verlegende Gasleitung könne künftig das Biogas, das in der Biogasanlage am Ortsrand aus nachwachsenden Rohstoffen von den Feldern der Umgebung produziert wird, in den Ortskern transportieren. Dort könne auf einem Betriebsgelände an der Schulstraße eine Heizzentrale errichtet werden, in der mit dem Biogas ein BHKW betrieben wird. Der vom BHKW produzierte Strom kann ins Netz eingespeist werden und die überschüssige Wärme soll dann über einen groß angelegten Pufferspeicher ein neues Nahwärmenetz für Tespe versorgen.
Insgesamt können laut Betreiber rund 200 Haushalte an ein solches Nahwärmenetz angeschlossen werden, aber auch öffentliche Gebäude wie zum Beispiel die Grundschule, die Sporthalle, das Freibad, der Kindergarten und weitere Wärmeabnehmer können größere Abnehmer werden.
Zur Absicherung gegen Ausfälle muss zudem ein redundantes Heizsystem an der Heizzentrale integriert werden, welches bei Ausfall der Biogaskomponenten zusätzliche Wärme aus anderen, möglichst regenerativen Quellen, bereitstellt. So sollen die angeschlossenen Haushalte zu keiner Tages- und Nachtzeit frieren.
Die Investition in das umfangreiche Projekt würde die Betreibergesellschaft bis zur Installation einer Übergabestation in den Haushalten alleine tragen. Dadurch sollen die Bürger von aufwendigen Kostenbeteiligungen und hohen Investitionen verschont bleiben und hätten sich zudem künftig auch nicht mehr um Heizungsreparaturen oder Störungsbehebungen zu kümmern. Anhand einer Vergleichsrechnung machte der Biogasanlagen-Hersteller, die bioconstruct GmbH aus Melle, deutlich, dass die jährlichen Kosten bei Anschluss an ein Nahwärmenetz geringer ausfallen, als bei vergleichbaren Öl-, Gas- oder Geothermie Heizanlagen. Schließlich betreibt bioconstruct bereits mehrere Nahwärmenetze in Norddeutschland und kann daher auf solide Erfahrungen zurückgreifen.
In welche Ortsteile oder Straßenzüge ein Nahwärmenetz genau verlegt werden kann, sei jedoch abhängig vom Interesse der Anwohner. So machte die Elbe-Agrar-Energie GmbH und Co. KG deutlich, dass ein Nahwärmenetz zuerst für die Straßen geplant wird, in denen das Anschlussinteresse der Bürger am höchsten sei. Kurze Wege mit vielen Abnehmern seien ökologisch und ökonomisch schließlich für alle Beteiligten die beste Lösung.
Das positive Feedback und das Interesse der Bürger wurde noch am gleichen Abend deutlich, indem direkt nach der Veranstaltung schon 50 ausgefüllte Interessenbekundungen verschiedener Bürger abgegeben wurden. Und auch tags darauf trudelten weitere Anfragen und Interessenbekundungen sowohl bei der Samtgemeinde, als auch bei Firma BioConstruct per E-Mail ein, freut sich der Biogas Anlagenbetreiber, der mit dem Projekt offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen hat.
Die Interessen der verschiedenen Akteure scheinen also deckungsgleich zu sein, und so stehen die Chancen gut, ein sinnvolles Nahwärmenetz für Tespe zu planen und schlussendlich zu realisieren. Jedoch sitzt dem Betreiber auch die Zeit im Nacken: Planung und Erstellung des Genehmigungsantrages, Genehmigungs-Bearbeitung und die Bauphase sollten möglichst so komprimiert ablaufen, dass schon zu Beginn des Jahres 2029 ein Nahwärmenetz in Betrieb gehen kann - Ein sehr ambitioniertes, aber mit viel Engagement und Fleiß dennoch realistisches Vorhaben, so Firma bioconstruct.
Interessierte Bürger können unter dem nachfolgenden QR-Code oder mit einer Mail an waermenetz-tespe@bioconstruct.de Ihr zunächst unverbindliches Anschluss-Interesse mitteilen.
Kommentare
Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.
_Banner_Lueneburg_Aktuell_[1].jpg)