Neue Grundschule Stöckte startet ihren Betrieb
von Stadt Winsen (Luhe) am 10.08.2026Nach rund zwei Jahren Planung und Bauzeit ist es soweit: Die neue Grundschule in Stöckte nimmt zum Schuljahr 2026/27 ihren Betrieb auf. Am 15. August 2026 werden 52 Kinder in drei Klassen eingeschult.
Die Schülerinnen und Schüler kommen aus Stöckte, Hoopte, Laßrönne und Tönnhausen. Mit der neuen Grundschule entsteht ein moderner Bildungsstandort für den Norden Winsens. Gleichzeitig werden die Hanseschule und die Schule im Borsteler Grund in den kommenden Jahren entlastet. Der Rat der Stadt Winsen hat sich dazu 2025 intensiv mit der Entwicklung der Schullandschaft befasst: die Schulbezirkssatzung wurde entsprechend angepasst.
„Mit der neuen Grundschule schaffen wir dringend benötigten Schulraum und zugleich einen modernen Lern- und Lebensort für die Kinder aus Stöckte und den umliegenden Ortsteilen. Ich freue mich sehr, dass die ersten Schülerinnen und Schüler ihre neue Schule nun mit Leben füllen werden“, sagt Bürgermeister André Wiese. Das Raumkonzept für die Schule entstand von Januar bis April 2024 in einer Arbeitsgruppe unter Leitung des Büros „forum L“. Aufgrund der baulichen Voraussetzungen ist eine Beschulung im Cluster-Modell möglich. Die Schule verfügt über vier Jahrgangs-Cluster. Zu jedem Cluster gehören drei Klassenräume, die sich eine zentrale Gemeinschaftsfläche, den sogenannten „Marktplatz“, teilen. Hier kann gemeinsam gelernt und gearbeitet werden. Außerdem gibt es Kleingruppenräume, einen Lehrerstützpunkt, Garderoben und Sanitäranlagen sowie jeweils eine Küchenzeile. Eine Besonderheit sind die „grünen Klassenzimmer“, also Lernbereiche unter freiem Himmel. Auch der Ganztag findet in den gleichen Räumlichkeiten statt. Dadurch lassen sich Unterricht am Vormittag und Ganztagsangebote am Nachmittag optimal miteinander verzahnen. Ergänzt werden die Cluster durch einen Werkbereich mit Makerspace, Werk- und Maschinenraum, einen Musikraum mit Bühne zum Foyer, eine Bibliothek, die Schulmensa mit Küche sowie Verwaltungsräume.
Das eingeschossige Gebäude wurde in Holzrahmenbauweise errichtet. Holz als nachwachsender Rohstoff bietet gute Wärmeschutzeigenschaften und trägt zu einer guten CO₂- Bilanz bei. Das Haupttragesystem aus Betonfertigteilen ermöglicht zugleich eine flexible Umnutzung des Gebäudes. Beheizt wird die Schule über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Teilbereiche verfügen über Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaikanlage. Die Nutzfläche einschließlich der nutzbaren Verkehrsflächen beträgt rund 3.165 Quadratmeter. Trotz eines sehr knappen Planungsvorlaufs von nur vier Monaten konnten die vorbereitenden Erdarbeiten bereits von Dezember 2024 bis Januar 2025 ausgeführt werden. Der torfhaltige Baugrund und der hohe Wasserstand stellten dabei besondere Anforderungen. Für den Bodentransport kamen spezielle Raupenfahrzeuge zum Einsatz. Anfang April 2025 begann die Pfahlgründung. Zuvor mussten jedoch unter anderem die Wasserleitung der Beregnungsgemeinschaft Stöckte sowie die Leitungen für Bauwasser und Baustrom verlegt werden. Mitte April folgten die Stahlbetonarbeiten. Im Sommer 2025 begannen die Zimmer- und Holzbauarbeiten sowie Dachdecker- und Fensterarbeiten. Der Innenausbau startete im November 2025. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 12,2 Millionen Euro. Aufgrund der sehr guten energetischen Eigenschaften wird das Projekt aus dem KfW-Programm „Klimafreundlicher Neubau“ bezuschusst. Zusätzlich stehen Mittel und Kredite aus der Kreisschulbaukasse zur Verfügung. „Mit dieser Schule investieren wir in die Zukunft unserer Stadt. Die Kinder erhalten hier nicht nur moderne Räume, sondern auch ein pädagogisches Umfeld, das gemeinsames Lernen, Ganztag und neue Lernformen miteinander verbindet“, betont Bürgermeister André Wiese. Mit dem Start des Schulbetriebs sind noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen. Durch das Clustersystem der Schule finden restlichen Bauarbeiten jedoch nicht unmittelbar angrenzend an den Schulbetrieb statt. So werden nun noch die Fachräume und Cluster fertiggestellt sowie die Außenanlagen abschließend hergestellt. Die Baumaßnahme soll bis zum Ende des Jahres komplett abgeschlossen sein
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