Winsen, am Freitag den 02.10.2026

Mobilität gemeinsam gestalten

von Landkreis Harburg am 02.10.2026



Landkreis und Kommunen in engem Austausch: 40 Teilnehmende beim 4. Netzwerktreffen Mobilität / Busverkehr, Radverkehr und Fördermöglichkeiten im Blick / Gemeinsames Vorgehen beim Thema E-Scooter

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie lassen sich Bus- und Radverkehr weiter verbessern? Welche Fördermöglichkeiten gibt es für kommunale Mobilitätsprojekte? Und wie können Kommunen, Polizei, Schulen und Verbände gemeinsam Verkehrssicherheit, Rücksichtnahme und einen verantwortungsvollen Umgang mit E-Scootern fördern? Um diese und viele weitere Fragen ging es beim vierten Netzwerktreffen Mobilität des Landkreises Harburg. 40 Vertreterinnen und Vertreter der Städte und Gemeinden sowie der Kreisverwaltung kamen dazu nun im Winsener Kreishaus zusammen.

„Mobilität bleibt eine Daueraufgabe und endet nicht an Gemeindegrenzen. Vielfach stehen wir vor Ort vor ähnlichen Herausforderungen und oft kommen wir schneller zu guten Lösungen, wenn wir Erfahrungen austauschen und kontinuierlich zu Mobilitätsthemen im Gespräch bleiben“, so Erster Kreisrat Josef Nießen in seiner Eröffnung. „Genau dafür haben wir dieses Netzwerk geknüpft und ich freue mich sehr, dass wir nun schon zum vierten Mal zusammenkommen, um Mobilität im Landkreis gemeinsam zu gestalten.“

Fördermittel für Mobilität

Zweimal im Jahr bringt das Netzwerk Mobilität die Kommunen und verschiedene Bereiche der Kreisverwaltung zusammen, um Informationen auszutauschen, gemeinsame Fragestellungen zu diskutieren und Mobilitätsprojekte über Gemeindegrenzen hinweg voranzubringen. Demenentsprechend breit war das Themenspektrum.

Mareile Kleemann (Stabsstelle Kreisentwicklung/ Wirtschaftsförderung / Mobilität) stellte das Fördermittelmanagement MCON vor. Der Dienstleister unterstützt den Landkreis bei der Nutzung geeigneter Förderprogramme und steht den Kommunen über den Landkreis ebenfalls zur Prüfung von Fördermöglichkeiten für konkrete Projekte zur Verfügung.

Radverkehr

Neuigkeiten gab es zudem aus der Radverkehrskoordination. Rachel Werner (Betrieb Kreisstraßen und Radverkehr) informierte unter anderem über das Thema Rad im Wirtschaftsverkehr, die Auswirkungen der neu angepassten Straßenverkehrsordnung und die Möglichkeiten, Straßenraum rechtssicher neu zu verteilen. Weitere Themen waren die Arbeit der AG Radverkehr, die Fußverkehrskonferenz der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen (AGFK), eine geplante AGFK-Inhouse-Schulung im Januar 2027 sowie aktuelle Daten aus Radverkehrszählungen.

Verbesserungen im Busverkehr

Besonders konkret zeigte sich die Weiterentwicklung der Mobilitätsangebote beim ÖPNV, die Friedhelm Stradtmann (Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung/Mobilität) vorstellte. Bereits ab 26. Oktober verbessert sich der Busverkehr in Seevetal: Durch die Verkehrsfreigabe der Decaturbrücke kann Hörsten mit der Linie 343 wieder an Maschen und Meckelfeld angebunden werden. Zum Jahresbeginn 2027 folgen weitere Neuerungen. In Jesteburg entsteht ein Ortsverkehr, der unter anderem die Waldklinik und das Museum Kunststätte Bossard besser erschließt.

Auch in den Samtgemeinden Tostedt und Hollenstedt wird das Busangebot weiterentwickelt. Klarere Takte und direktere Linienführungen erleichtern die Nutzung. Neu hinzu kommen unter anderem die Linie 4850 zwischen Hollenstedt und Tostedt sowie die Linie 4840 von Sprötze über Kakenstorf nach Tostedt. Ergänzt wird das Mobilitätsangebot in der Region durch den Bedarfsverkehr hvv hop Elbe-Heide.

Gleichzeitig richtet der Landkreis den Blick bereits auf die kommenden Jahre: Die Vorbereitungen für die Ausschreibung des ÖPNV-Verkehrsvertrags ab August 2029 und für den neuen Nahverkehrsplan, der zum Jahresbeginn 2029 in Kraft treten soll, laufen. Auch über den aktuellen Stand des Bike-Sharing-Projekts der Metropolregion Hamburg wurde beim Netzwerktreffen informiert.

Ein wichtiger Bestandteil des Treffens war erneut der direkte Erfahrungsaustausch mit den Kommunen. Schulwegsicherheit, Tempo 30, Lenkung des Radverkehres oder der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen gehören unter anderem unter anderem zu den Themen, die Städte und Gemeinden derzeit beschäftigen. Dabei ging es auch darum, wo Unterstützungsbedarf besteht und welche Erfahrungen und Lösungsansätze sich auf andere Kommunen übertragen lassen.

Gemeinsame Herausforderung E-Scooter

Einen besonderen Schwerpunkt bildeten diesmal E-Scooter. Bereits beim vergangenen Netzwerktreffen hatten die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter insbesondere das Fahren auf Gehwegen und problematisches Verhalten von Nutzerinnen und Nutzern thematisiert. Unter der Überschrift „E-Scooter – Fluch oder Segen“ griff Gastreferent Dirk Poppinga von der Polizeiinspektion Harburg das Thema nun in einem eigenen Vortrag auf.

Dabei soll es aber nicht bei einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch bleiben. Geplant ist die Gründung einer Arbeitsgruppe, in der Kommunen, Landkreis, Polizei, Verkehrswacht und ADFC gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie Elternvertretern nach Lösungsansätzen suchen. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Frage, wie Jugendliche erreicht, einbezogen und für einen sicheren und rücksichtsvollen Umgang mit E-Scootern sensibilisiert werden können.

© Fotos: Landkreis Harburg


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