Mit der Säge zum Angelplatz: Ranger entdecken massive Verstöße an der Elbe
von Landkreis Harburg am 14.08.2026Florian Baier traute seinen Augen kaum: Fünf Männer hatten sich ihren Angelplatz im sensiblen Naturschutzgebiet an der Elbe regelrecht freigeschnitten. Röhricht wurde entfernt, selbst armdicke Weidenäste waren abgesägt worden.
„Wir haben uns nichts dabei gedacht“, lautete nach Angaben des Rangers eine der ersten Erklärungen. Für Baier kaum nachvollziehbar: „Das war schon frech, solche Zerstörung der Natur haben wir zum Glück selten.“
Entdeckt wurde der Platz bei einem gemeinsamen Kontrolleinsatz der Landschaftswacht des Landkreises Harburg mit der Wasserschutzpolizei Scharnebeck. Erstmals waren Rangerin Carina Peters sowie die Ranger Florian Baier und Andreas Maron gemeinsam mit Polizeibeamten vom Boot aus auf der Elbe unterwegs.
Der Blick vom Wasser eröffnete dabei neue Möglichkeiten. Viele Angelstellen seien vom Land aus kaum zu erkennen, weil sie tief im Gebüsch liegen. Vom Fluss aus lasse sich dagegen die gesamte Uferkante wesentlich besser überblicken.
Angeln ist auch in den Naturschutzgebieten entlang der Elbe grundsätzlich erlaubt. Allerdings gelten klare Regeln. Vegetation darf nicht beseitigt, das Ufer nicht zum Campingplatz umfunktioniert und geschützte Flächen dürfen nicht mit Fahrzeugen befahren werden.
Immer wieder stoßen die Ranger nach Angaben des Landkreises auch auf Zelte, Tische, Stühle oder Feuerstellen. Gerade offene Feuer seien angesichts trockener Vegetation besonders gefährlich.
Die Landschaftswacht besteht seit knapp drei Jahren. Die Rangerinnen und Ranger sind nicht nur an der Elbe, sondern unter anderem auch im Büsenbachtal, am Brunsberg sowie an Este, Seeve und Luhe unterwegs. Dabei setzen sie zunächst auf Gespräche und Aufklärung. Bei Verstößen können jedoch auch Bußgelder verhängt werden.
Probleme gibt es nicht nur mit Anglern. In Heidegebieten sorgt beispielsweise die ganzjährige Anleinpflicht für Hunde immer wieder für Diskussionen. Auch Besucher, die für Fotos die Wege verlassen, können empfindliche Pflanzen und Lebensräume beschädigen.
Nach Angaben der Landschaftswacht geschehen Verstöße dabei nicht immer vorsätzlich. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit besteht deshalb darin, Besucher über die besonderen Regeln in Naturschutzgebieten und deren Bedeutung für Tiere und Pflanzen aufzuklären.
Quelle: Landkreis Harburg
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