Winsen, am Mittwoch den 17.06.2026

Geschichte weitererzählen

von Johann-Peter-Eckermann-Realschule am 17.06.2026


Wie aus Geschichte Erinnerung wird: Eckermann-Schüler machen den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 für jüngere Mitschüler erlebbar
Zwanzig großformatige Plakate, historische Fotografien, Zeitzeugenberichte und eindrucksvolle Dokumente erzählen die Geschichte eines Tages, der die deutsche Freiheitsgeschichte geprägt hat. Die Wanderausstellung „Wir wollen freie Menschen sein! Der DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953“ macht sichtbar, warum am 17. Juni 1953 rund eine Million Menschen in der DDR für Freiheit, Demokratie und Mitbestimmung auf die Straße gingen.
Mit dieser Ausstellung beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs der Johann-Peter-Eckermann-Realschule im Geschichtsunterricht intensiv. Anschließend übernahmen sie selbst die Rolle von Ausstellungsführern und gestalteten Rundgänge für die 6. Klassen.
Dabei erklärten die Jugendlichen die Ursachen des Volksaufstandes, berichteten von den Forderungen der Menschen nach Freiheit und demokratischen Rechten und zeigten auf, wie aus ersten Arbeiterprotesten eine landesweite Bewegung entstand. Die Ausstellung zeichnet den Weg von den Demonstrationen bis zur gewaltsamen Niederschlagung durch sowjetische Panzer nach und macht deutlich, welchen Mut viele Menschen damals aufbrachten, um für ihre Überzeugungen einzutreten.
Als die 15-jährige Veronika Seifert vor einer Gruppe von Sechstklässlern steht und von den Ereignissen des Jahres 1953 berichtet, wird Geschichte für einen Moment greifbar. Nicht durch ein Schulbuch, sondern durch junge Menschen, die ihr Wissen an andere weitergeben. Für sie wurde während der Vorbereitung besonders deutlich, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern immer wieder geschützt und verteidigt werden müssen.
Auch der 16-jährige Max Schmalfeld sieht in der Ausstellung einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur. Geschichte werde besonders dann verständlich, wenn man sich aktiv mit ihr auseinandersetze und das Gelernte mit anderen teile.
Die Rundgänge boten den Sechstklässlern die Möglichkeit, ein bedeutendes Kapitel deutscher Geschichte aus einer besonderen Perspektive kennenzulernen. Gleichzeitig übernahmen die Jugendlichen Verantwortung als Vermittler historischer Bildung und setzten sich intensiv mit den Werten auseinander, die die Menschen am 17. Juni 1953 bewegten: Freiheit, Mitbestimmung und Demokratie.
Während heute deutschlandweit an den Mut der Frauen und Männer erinnert wird, die sich vor mehr als sieben Jahrzehnten gegen Unfreiheit und Unterdrückung erhoben, leisten auch die Schülerinnen und Schüler der Eckermann-Realschule ihren Beitrag zur Erinnerungskultur. Denn Geschichte bleibt nur lebendig, wenn sie weitererzählt wird – und genau das haben sie

© Fotos: Johann-Peter-Eckermann-Realschule


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