Freilichtmuseum am Kiekeberg pflanzt „Roter Franzapfel“ als „Apfel des Jahres“ in Norddeutschla
von Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg am 13.04.2026Rosengarten-Ehestorf, 13.4.2026 – „Roter Franzapfel“ heißt der „Apfel des Jahres“ in Norddeutschland 2026. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg hat die Apfelsorte zusammen mit dem BUND Hamburg, Apfelexperten und der Projektleitung der „Norddeutschen Apfeltage“ am Donnerstag, dem 9. April, gepflanzt. Seine gute Lagerfähigkeit macht den Apfel zu einer passenden Sorte für die Selbstversorgung in der Nachkriegszeit und eignet sich deshalb für den Garten des Flüchtlingssiedlungshauses.
Dekorativer Apfel mit Geschmack
Apfelexperte Eckart Brandt, Mitglied der Jury zur Auswahl des „Apfel des Jahres“, erinnerte sich: „Der ‚Rote Franzapfel‘ ist eine beinahe unbekannte Sorte. Ich habe ihn vor 20 Jahren das erste Mal gesehen und habe auch zur Herkunft nur in einer Quelle aus den 50er Jahren etwas gefunden. Es stammt vom ‚Roten Eiserapfel‘ aus Schleswig-Holstein ab – eine überregional verbreitete alte Sorte. Der ‚Rote Franzapfel‘ ist eine schöne, dunkelrote und dekorative Frucht – man könnte ihn an den Weihnachtsbaum hängen, wenn man das heute noch machen würde.“ Die Früchte sind ab Mitte Oktober pflückreif, können aber bis Ende Februar gelagert werden. Der Baum wächst kräftig, ist ertragreich und insgesamt robust, benötigt jedoch geeignete Standorte, um Krankheiten wie Schorf zu vermeiden. „Und er ist sogar ein Gewinner des Klimawandels, denn durch die längeren und wärmeren Sommer bekommt er einen süßeren Geschmack. Solche Sorten sollten wir aufheben“, ergänzte Eckart Brandt.
Beitrag zur Biodiversität
Bernhard Kolter hob die große Bedeutung alter Obstsorten für die Biodiversität hervor: „Wir sollten auch den Lebensraum betrachten, wo der Baum wächst. Das sind zum Beispiel Streuobstwiesen. Besonders ältere und strukturreiche Streuobstwiesen können bis zu 5.000 Arten beherbergen. Das sind Juwelen für die Biodiversität. Einen großen Genpool zu erhalten, bedeutet, dass wir auf Bäume zurückgreifen können, die unter verschiedenen Bedingungen gut wachsen.“
Matthias Schuh, Gärtner im Freilichtmuseum am Kiekeberg, brachte den Baum in die Erde und erklärte: „Beim Pflanzschnitt in der Krone und an den Wurzeln braucht man nicht zimperlich sein. Das Wachstum wird dadurch zusätzlich angeregt.“
Traditionstermin im Freilichtmuseum
Ulrich Kubina und Thomas Schönberger von den „Norddeutschen Apfeltagen“, berichteten: „Seit 2001 pflanzen wir den ‚Apfel des Jahres‘ ins Freilichtmuseum. Es ist also ein Termin mit Tradition. Mit der Pflanzung leisten wir unseren Beitrag zur Erhaltung der Sortenvielfalt und dazu, dass Sorten wir der ‚Rote Franzapfel‘ nicht in Vergessenheit geraten.“
Die Tradition passt gut ins Freilichtmuseum am Kiekeberg: „Die Pflanzung des ‚Apfel des Jahres‘ bei uns vervollständigt den ganzheitlichen Ansatz unseres Freilichtmuseums. Wir zeigen nicht nur die Häuser mit ihrer Bausubstanz und Tiere der vergangenen Jahrhunderte, sondern eben auch die Obst- und Gemüsesorten,“ erklärte Stefan Zimmermann, Direktor des Freilichtmuseums am Kiekeberg. „Wir freuen uns diesen Aspekt mit Terminen wie heute nochmal mehr in den Fokus zu rücken.“
Mit der Königsberger Straße zeigt das Museum den Dorfalltag von 1949 bis 1979 – mit fünf Häusern einschließlich Gärten und Spielplatz. Im Garten des Flüchtlingssiedlungshauses in der „Königsberger Straße“ stehen bereits die Bäume zum „Apfel des Jahres“ aus den letzten drei Jahren.
Apfel- und Kartoffeltag
Herbstlicher Genuss mit Fachwissen verbinden – Beim „Apfel- und Kartoffeltag“ dreht sich am Sonntag, dem 18. Oktober, im Freilichtmuseum am Kiekeberg alles um die beliebten Erntefürchte. Besucherinnen und Besucher erleben einen kulinarischen Thementag mit Marktständen, Mitmachaktionen und Führungen sowie Kulinarischem aus Apfel und Kartoffel zum Probieren. Der Eintritt beträgt 12 Euro für Erwachsene, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Nähere Informationen finden sich kurz vor dem Aktionstag unter kiekeberg-museum.de
Bilder:
Bild 1: Pflanzung 'Apfel des Jahres' Norddeutschlands 2026_1 - Bild FLMK
V.l.n.r.: Matthias Schuh, Gärtner des Freilichtmuseums am Kiekeberg; Eckhart Brandt, Pomologe; Thomas Schönberger, Norddeutsche Apfeltage; Stefan Zimmermann, Museumsdirektor des Freilichtmuseums am Kiekeberg; Ulrich Kubina, Norddeutsche Apfeltage; Bernhard Kolter, BUND Hamburg
BU: Der ‚Apfel des Jahres‘ Norddeutschland 2026 wurde in den Garten des Flüchtlingssiedlungshauses in der Königsberger Straße im Freilichtmuseum am Kiekeberg gepflanzt – Bild FLMK
Bild 2: Pflanzung 'Apfel des Jahres' Norddeutschlands 2026_2 - Bild FLMK
BU: Bei der Pflanzung des „Apfel des Jahres“ Norddeutschland 2026 im Freilichtmuseum am Kiekeberg, v. l. Matthias Schuh (Gärtner im Freilichtmuseum am Kiekeberg), Eckart Brandt (Pomologe)
Bild 3: 'Roter Franzapfel' - Darstellung Norddeutsche Apfeltage
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