FDP Harburg-Land fordert Ende des „Müll-Roulettes“
von FDP am 16.01.2026FDP Harburg-Land fordert Ende des „Müll-Roulettes“
Landkreis Harburg. Die Freien Demokraten im Landkreis Harburg zeigen sich verärgert über die anhaltenden Zustände bei der Müllabfuhr. Was in vielen Straßenzügen mittlerweile zum Alltag gehört, gleicht nach Ansicht der Liberalen einem Glücksspiel auf Kosten der Bürger: Kommt die Abfuhr oder kommt sie nicht?
„In manchen Straßen haben wir diese Woche das ‚Quartett‘ vollgemacht: Altpapier vom Mittwoch wurde nicht geholt, Restmüll und Biotonne stehen seit Tagen an der Straße und nun gesellen sich die Gelben Säcke dazu“, beschreibt Jan Filter (stellvertr. Kreisvorsitzender) die Situation vor Ort. „Dass die Bürger mittlerweile Wetten abschließen könnten, ob ihre Tonne geleert wird, ist eines modernen Landkreises unwürdig.“
Kommunikation aus der Steinzeit Besonders kritisiert die FDP die mangelhafte Informationspolitik der Abfallwirtschaft. Während Personalmangel ein bekanntes Problem ist, fehlt den Liberalen jedes Verständnis für pauschale Absagen aufgrund angeblicher Glätte, selbst wenn Nebenstraßen frei sind.
„Sicherheit geht vor, keine Frage. Aber wir schreiben das Jahr 2026. Es kann nicht sein, dass die einzige Kommunikation darin besteht, dass Bürger ihre Tonnen umsonst rausstellen, diese festfrieren und man erst am Abend merkt, dass niemand kam“, so Ingmar Schmidt (Kreisvorsitzender). Die FDP fordert daher die unverzügliche Prüfung einer digitalen Lösung (Müll-App oder Push-Service), die Bürger in Echtzeit und straßengenau informiert, wenn Touren ausfallen. „Wir erwarten eine Bringschuld der Verwaltung bei der Information, nicht eine Holschuld der Bürger, die vergeblich am Fenster warten“, ergänzt Judith Höfler (stellvertr. Kreisvorsitzende).
Pragmatismus statt Bürokratie: Der Blick nach Lüneburg Unverständnis herrscht bei den Liberalen auch darüber, dass offensichtliche Lösungen im Kreishaus scheinbar ignoriert werden. Im Nachbarlandkreis Lüneburg ist es gängige Praxis, dass Bürger bei schwierigen Straßenverhältnissen ihre Tonnen an die geräumten Hauptstraßen bringen dürfen, wo sie zuverlässig geleert werden.
„Warum funktioniert im Landkreis Lüneburg, worüber man bei uns im Kreishaus laut Medienberichten nicht einmal nachgedacht hat?“, fragt die FDP. „Das ist eine klassische ‚Low Hanging Fruit‘ – eine einfache, pragmatische Lösung, die nichts kostet, aber den Bürgern hilft.
Die FDP Harburg-Land kündigt an, das Thema im beginnenden Kommunalwahljahr oben auf die Agenda zu setzen. „Wenn die Verwaltung und das beteiligte Unternehmen bei so elementaren Dingen wie der Müllabfuhr unflexibel und bürgerfern agieren, müssen wir uns nicht wundern, wenn das Vertrauen in die Lösungskompetenz der verantwortlichen Institutionen schwindet“, so die FDP abschließend.
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