Winsen, am Montag den 22.06.2026

Einweihung einer Gedenk- und Erinnerungstafel auf dem Waldfriedhof

von Johann-Peter-Eckermann-Realschule am 22.06.2026



Schülerprojekt macht Winsener Schicksale sichtbar

Hinter jedem Grabstein verbirgt sich eine Geschichte. Mit einer neuen Gedenk- und Erinnerungstafel auf dem Winsener Waldfriedhof haben Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses „Stadtansichten“ der Johann-Peter-Eckermann-Realschule dazu beigetragen, dass einige dieser Geschichten nicht in Vergessenheit geraten.
Eineinhalb Jahre lang recherchierten die Jugendlichen gemeinsam mit ihrer Lehrerin Kati Grewe im Stadt- und Kirchenarchiv, werteten historische Quellen aus und arbeiteten mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammen. Im Mittelpunkt standen dabei die Schicksale von Menschen, deren Lebenswege eng mit der Geschichte Winsens verbunden sind.
Besonders bewegend waren die Geschichten von Wilhelm Brandl und der Familie Wrede. Brandl, Vater von zwei Kindern, wurde im Zweiten Weltkrieg verwundet und verstarb Anfang 1945 im Alter von nur 33 Jahren in einem Winsener Lazarett. Seine Angehörigen waren eigens aus dem Allgäu und der Ammersee-Region zur Einweihung angereist.
Auch die Geschichte der Familie Wrede berührte viele Gäste. Nachdem die Familie die Kriegsjahre in Krakau überstanden hatte, wurde sie auf der Flucht in die Heimat nur wenige Kilometer vor Winsen Opfer eines Tieffliegerangriffs. Mutter Clärchen Wrede sowie die Kinder Torsten und Heidrun kamen dabei ums Leben. Die siebenjährige Ingemara überlebte als Einzige. Mit Maike Wrede nahm nun ihre Tochter an der Einweihung teil.
Der Erste Kreisrat Josef Nießen und Bürgermeister André Wiese würdigten die Arbeit der Jugendlichen. Wiese erinnerte dabei an einen Gedanken Heinrich Heines, wonach unter jedem Grabstein eine eigene Weltgeschichte liege. Genau diese Geschichten hätten die Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht.
Die neue Gedenk- und Erinnerungstafel informiert künftig über die Kriegsgräber auf dem Waldfriedhof, die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf Winsen und die persönlichen Schicksale hinter den Namen. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Sparkasse Harburg-Buxtehude. Unterstützt wurde es zudem vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dem Stadt- und Kirchenarchiv Winsen, der Friedhofsverwaltung sowie den Familien Brandl und Wrede.
Als die Gäste zum Abschluss Blumen an den Gräbern niederlegten, wurde deutlich, worum es bei dem Projekt geht: Erinnerung bewahren, Geschichte weitergeben und den Menschen hinter den Namen ein Gesicht geben.
Möglich wurde das Projekt durch die Unterstützung der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Begleitet wurde die Arbeit zudem vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dem Stadt- und Kirchenarchiv Winsen, der Friedhofsverwaltung sowie den Familien Brandl und Wrede.
Als die Gäste am Ende der Veranstaltung Blumen an den Gräbern niederlegten, wurde deutlich, was dieses Projekt besonders macht: Die Schülerinnen und Schüler haben Geschichte nicht nur erforscht. Sie haben Menschen und ihren Lebensgeschichten einen Platz im öffentlichen Gedächtnis der Stadt gegeben.

© Fotos: Johann-Peter-Eckermann-Realschule


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