Ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen
von Landkreis Harburg am 11.02.2026Landkreis Harburg weist zum Aktionstag One Billion Rising auf die Hilfeangebote hin
Es ist nicht nur der Tag der Liebenden – sondern auch der Tag mit einer klaren Botschaft: Weltweit engagieren sich am 14. Februar Menschen in der Initiative One Billion Rising für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Bundesweit finden Tanzdemos statt, und der Landkreis Harburg nimmt den Aktionstag zum Anlass, auf die Hilfsangebote für betroffene Frauen aufmerksam zu machen. Dazu werden in allen kreisangehörigen Schulen sowie im Kreishaus mit allen Außenstellen entsprechende Plakate aufgehängt – mit kleinen Abrisszetteln mit der Nummer 116 016 des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen sowie den regionalen Angeboten im Landkreis Harburg wie der Internetseite „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ (www.gghglkh.de ).
„Wir wollen sensibilisieren und gleichzeitig unkompliziert auf Hilfeangebote aufmerksam machen“, betont Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg. Wer sich ebenfalls beteiligen möchte und beispielsweise in der Gastronomie, im Fitnessstudio oder im eigenen Unternehmen auch solche Abrisszettel aufhängen will, kann sich gern im Gleichstellungsbüro melden.“
„Wir wollen ein Zeichen für die Beendigung der Gewalt an Frauen setzen, Solidarität mit Betroffenen stärken und Prävention sowie gesellschaftlichen Dialog fördern“, betont Landrat Rainer Rempe, der gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern der Kreisverwaltung die Aktion unterstützt. „Wir alle sind aufgefordert, bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht hinzunehmen und wegzusehen, sondern aktiv zu werden und Hilfe zu bieten.“
Die Zahlen zeigen, wie nötig die Hilfsangebote immer noch sind: „Gewalt gegen Frauen ist eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen.“ Das geht weit über körperliche Gewalt hinaus, auch Bedrohungen, Beschimpfungen und Kontrolle sind ebenso Formen von Gewalt wie Cybermobbing oder Sexting im Internet. Betroffen sind Menschen aller sozialen Schichten und jeden Alters. „Es gilt leider immer noch: Wer als Mädchen geboren wird, ist in besonderem Maße gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden – weltweit und auch hier bei uns“, sagt Andrea Schrag.
Genau dazu solidarisieren sich bei One Billion Rising die Menschen. Sie fordern ein Ende dieser Gewalt und sprechen sich für körperliche Selbstbestimmung und Gleichstellung aus. One Billion Rising ruft dazu auf, die Ursachen von Gewalt zu erkennen, zu benennen und zu verbannen. Nach Schätzungen der Aussagen der Vereinten Nationen leidet mindestens ein Drittel aller Frauen in ihrem Leben unter dieser Gewalt – das sind eine Milliarde Frauen und Mädchen weltweit, auf Englisch One Billion. „Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache, sondern geht uns alle an“, betont Andrea Schrag. „Und im Landkreis Harburg ist uns als Modellregion für das Thema häusliche Gewalt im Rahmen der Frauenrechtskonvention CEDAW der Einsatz gegen jede Form von Diskriminierung der Frau ein besonderes Anliegen“, betont Andrea Schrag.
Hilfe finden Betroffene bei folgenden Einrichtungen:
Die Beratungsstelle BISS ist unter Telefon 04181 – 219 7921 zu erreichen, das Frauenhaus im Landkreis Harburg unter Telefon 04181 – 217151, das bundesweite Hilfetelefon bei Gewalt gegen Frauen unter Telefon 116 016, die Beratungsstelle für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen unter Telefon 04171 – 6008850, das Jugendamt des Landkreises unter Telefon 04171 – 693 480. Die Krankenhäuer Buchholz und Winsen gehören dem Projekt ProBeweis der Medizinischen Hochschule in Hannover an. Das Hilfsangebot richtet sich an Opfer von häuslicher und/oder sexueller Gewalt, die noch keine Anzeige erstatten wollen. In den Krankenhäusern besteht die Möglichkeit, unmittelbar nach der Gewalterfahrung Verletzungen dokumentieren und Spuren professionell sichern zu lassen. Die Betroffenen können ohne Termin oder Anruf einfach in die Notaufnahme der Kliniken kommen. Im akuten Fall ist auch die Polizei unter der Notrufnummer 110 ansprechbar.
Infos gibt es auch auf der Homepage Gemeinsam gegen häusliche Gewalt im Landkreis Harburg, www.gghglkh.de .
Bild © Landkreis Harburg / Bildunterschrift:
Gemeinsam mit Gleichstellungsbeauftragter Andrea Schrag (3. von links) will der Vorstand mit (von links) Josef Nießen, Annerose Tiedt, Ana Cristina Bröcking, Landrat Rainer Rempe und Meike Oetzmann gegen Gewalt gegen Frauen sensibilisieren und auf die Hilfsangebote aufmerksam machen.
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