Aujeszkysche Krankheit bei Wildschweinen: Kreisveterinäramt rät Tierhaltern zur Vorsicht
von Landkreis Harburg am 28.11.2025Hunde an die Leine / Biosicherheitsmaßnahmen in Hausschweinebeständen einhalten
Sehr geehrte Damen und Herren,
kein Grund zur Panik, aber durchaus zu erhöhter Sorgfalt und Vorsicht für die Halter von Hunden, Katzen und Hausschweinen sowie die Jägerinnen und Jäger im Landkreis Harburg: So bewertet der Veterinärdienst des Landkreises Harburg die Lage, nachdem nun die Aujeszkysche Krankheit (AK) erstmals bei einem Wildschwein im Landkreis Harburg nachgewiesen worden ist. Das Virus wurde bei der routinemäßigen Beprobung eines erlegten Wildschweins festgestellt. Zuvor hatte es bereits Fälle im Nachbarlandkreis Lüneburg gegeben. Das Veterinäramt rät Tierhaltern zur Vorsicht. Menschen können sich nicht mit dem Aujeszky-Virus infizieren.
„Insbesondere Hundehalter sollten ihre Tiere auch außerhalb der während der Brut- und Setzzeit von 1. April bis 15. Juli geltenden Leinenpflicht in der freien Landschaft und im Wald an der Leine führen“, so Thorsten Völker, Leiter der Abteilung Migration, Ordnung und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung, zu der auch der Veterinärdienst gehört. Zudem sollten alle Hausschweinebetriebe, insbesondere solche, die Schweine im Freien halten, die geltenden Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz ihrer Bestände vor einer Erkrankung sorgfältig beachten. Außerdem wird dringend empfohlen, dass Jägerinnen und Jäger keinen Wildschweinaufbruch an ihre Hunde oder andere Tiere verfüttern und ihre Hunde auch bei der Nachsuche an der langen Leine führen. Jäger sollten außerdem während und nach der Jagd verhindern, dass ihre Hunde direkten Kontakt zu geschossenen Tieren haben. Nur so kann verhindert werden, dass die Hunde mit dem Blut der Wildschweine in Berührung kommen und sich infizieren. Das AK-Virus ist sehr überlebensfähig und wird weder durch Fleischreifung noch beim Gefrieren abgetötet. Wildschweine überstehen eine Erkrankung meist und können das AK-Virus dann ein Leben lang über ihre Exkremente beziehungsweise Körperflüssigkeiten übertragen. Für angesteckte Hunde, Katzen und andere Fleischfresser verläuft die AK dagegen in der Regel tödlich.
Hintergrund:
Die Aujeszkysche Krankheit ist eine weltweit vorkommende und hochansteckende Viruserkrankung, die viele Säugetierarten befällt. In der Regel sind Schweine der Hauptwirt und Überträger. Es gibt keine Impfung und keine Behandlungsmöglichkeit gegen das Virus. Als resistent gegen die AK gelten Primaten und Pferdeartige. Auch Menschen können sich nicht mit der Krankheit anstecken. Bisher war im Landkreis Harburg auch beim routinemäßigen Wildschwein-Monitoring, bei dem seit mehreren Jahren das Blut von mehr als 10 Prozent der erlegten Wildschweine und sämtlichen Fallwilds auf die AK, die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die klassische Schweinepest untersucht wurde, kein Fall der Aujeszkyschen Krankheit festgestellt. Weitere Informationen sowie ein Merkblatt für Jägerinnen und Jäger zur AK bei Wildschweinen sind zu finden unter https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/tiergesundheit/tierseuchen_tierkrankheiten/aujeszkysche-krankheit-bei-wildschweinen-auf-dem-vormarsch-103349.html oder https://tierseucheninfo.niedersachsen.de/startseite/anzeigepflichtige_tierseuchen/klauentiere/aujeszkysche_krankheit/aujeszkysche-krankheit-107874.html. Für Fragen steht selbstverständlich auch der Veterinärdienst der Kreisverwaltung gerne zur Verfügung (Telefon: 04171/ 693 466, tiergesundheit@lkharburg.de).
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