Winsen, am Montag den 17.08.2026

55 Jahre später – und plötzlich wieder in der 10. Klasse Ehemalige der Eckermann-Realschule tre

von Andreas Neises am 17.08.2026


Manchmal braucht es 55 Jahre, um wieder in einer 10. Klasse zu sitzen. Genau das erlebten jetzt die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b der Johann-Peter-Eckermann-Realschule: Mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrem Abschluss im Schuljahr 1970/71 kehrten sie an ihre alte Schule zurück – und nahmen noch einmal auf der Schulbank Platz.
Bei einem Rundgang mit Schulleiter Andreas Neises wurden viele Erinnerungen wach. Gleichzeitig zeigte sich, wie sehr sich Schule verändert hat: Wo einst Kreidetafel, Schulbuch und Heft den Unterricht prägten, gehören heute digitale Tafeln, Tablets und neue Lernformen zum Schulalltag.
Besonders deutlich wurde das beim Besuch der heutigen Klasse 10d. Gemeinsam mit Klassenlehrer Fabian Paulsen erlebten die Ehemaligen eine Unterrichtsstunde und kamen mit den Jugendlichen ins Gespräch. Analog traf auf digital – und 1971 auf 2026.
„Natürlich sieht Unterricht heute ganz anders aus als zu unserer Zeit. Aber wenn man hier sitzt, merkt man auch: Manche Dinge ändern sich offenbar nie“, stellte Wolfgang Bothe, Abschlussschüler von 1971, fest. Entscheidend sei damals wie heute, jungen Menschen etwas mitzugeben und sie auf ihrem Weg zu begleiten.
Eine besondere Brücke zwischen den Generationen bildete dabei die Rolle des Klassenlehrers: Wilhelm Pichl begleitete damals die 10b, heute ist Fabian Paulsen Klassenlehrer der 10d. Technik, Methoden und Schulalltag haben sich in fünf Jahrzehnten grundlegend verändert. Geblieben ist die Bedeutung der Menschen, die Schule prägen und an die man sich manchmal ein Leben lang erinnert.
Natürlich wurde beim Wiedersehen auch zurückgeblickt: Welche Wege nahmen die ehemaligen Schülerinnen und Schüler nach ihrem Abschluss? Ausbildung, Beruf und Familie, aber auch persönliche Entscheidungen, Umwege und Neuanfänge machten deutlich, wie viele unterschiedliche Lebensgeschichten aus einer einzigen Schulklasse hervorgegangen sind.
„Wenn ehemalige Schülerinnen und Schüler nach 55 Jahren zurückkommen und mit unseren heutigen Zehntklässlern ins Gespräch kommen, begegnen sich nicht einfach zwei Generationen“, betonte Schulleiter Andreas Neises. „Gebäude, Unterricht und Technik verändern sich – Beziehungen, Erinnerungen und das Menschliche bleiben.“
Und so schloss sich nach 55 Jahren für einen Moment der Kreis: Die einen stehen kurz vor ihrem Abschluss, die anderen blicken auf mehr als fünf Jahrzehnte seit ihrem eigenen zurück. Zwei Generationen, zwei Schulwelten – und doch saßen sie an diesem Tag wieder gemeinsam in einer 10. Klasse.

© Fotos: Eckermann-Realschule


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